In einem Gesundheitsmarkt, in dem der Wettbewerb unter Praxen und das Werben um Patienten, beispielsweise durch das Aufheben von Zulassungssperren, zunimmt, ist es essentiell, sich von anderen Praxen abzugrenzen und Aufmerksamkeit für die eigene Praxismarke zu schaffen. Einen Patienten zu gewinnen heißt, ihn so anzusprechen und zu überzeugen, dass er sich für die gewünschte Praxis entscheidet.
Darüber nachzudenken was eine Marke ist, ist kein akademischer Diskurs und auch nicht etwas mit dem sich nur Praxen in Ballungsgebieten auseinander setzen müssen. Die Antwort darauf hat signifikante praktische Relevanz. In vielen Märkten heutzutage besteht nur noch ein geringes Potenzial, wenn man nicht als Marke wahrgenommen wird. Was muss aber passieren, damit eine Praxis von Patienten als eben eine solche wahrgenommen wird? Name, Logo und Corporate Design sagen einiges über die Marke aus. Für andere wiederum ist der Bekanntheitsgrad das Maß der Dinge. Doch bei unserem geräuschvollen und reizüberfluteten Leben zwischen Werbung, hochfrequentern medialern Nachrichten, dem World Wide Web und der täglichen Informationsflut zählt ein anderer Faktor, der dafür sorgt, dass Botschaften Menschen erreichen. Botschaften, die dann als unauslöschliche Abdrücke in Erinnerung bleiben und zu gegebener Zeit einen großen Einfluss auf die Entscheidung für oder gegen eine neue Praxis haben.
Das richtige Verständnis davon was eine Marke ist, trägt zum Erfolg einer Praxis bei. Eine Marke zu sein, bedeutet natürlich einem möglichst großen Kreis an Menschen bekannt zu sein. Eine Marke zu sein heißt aber auch für bestimmte Werte und für eine bestimmte Qualität zu stehen. Marke heißt auch die wertvollste Immobilie der Welt zu besitzen: ein Platz im Kopf von jemandem. Um dorthin zu kommen, müssen Informationen durch den unsichtbaren Filter im Kopf der Menschen geschleust werden, der 99% der Botschaften herausfiltert, die ihn täglich erreichen. Wie schafft es eine Praxis die Pole Position im Bewusstsein der Patienten inne zu haben? Das hängt vorwiegend davon ab, welches Kopfkino ausgelöst wird. Denn auch das macht eine Marke aus: Emotionen und Beziehungen.
Online-Marketing, Webseite, Pressearbeit, Werbung, Veranstaltungen – die Möglichkeiten Patienten zu erreichen sind vielfältig und oft sind die Anzeige, das Plakat, die Kinowerbung und die Webseite der erste Kontakt mit der Praxis. Schon da entscheidet sich welches Kopfkino abläuft. Ob die Webseite Kompetenz ausstrahlt, modern und hochwertig, sympathisch oder in die Jahre gekommen wirkt, mit diesen Eigenschaften werden Arzt und Zahnarzt sowie die Praxis verknüpft. Aufgrund der visuellen Signale, wie Farben, Bilder, Fotos, Gestaltung, bilden Menschen innerhalb kürzester Zeit einen ersten Eindruck. Wenn der Eindruck weiter positiv bestätigt wird, dann entsteht Vertrauen – das Bindemittel zwischen Patient und Praxis. Die visuelle Kommunikation ist deshalb von großer Bedeutung, da wir 75 Prozent unserer Informationen mit den Augen aufnehmen.
Eine starke Marke schafft es Beziehungen zu ihren Patienten durch Erlebnisse und Geschichten aufzubauen. Die Beziehung eines Patienten zu seiner Praxis ist emotional geprägt. Fakten spielen erst dann eine Rolle, wenn klar ist: der Patient kann sich mit der Praxis identifizieren. Apple, Harley Davidson, Coca Cola sind beispielsweise Marken, die es geschafft haben eine emotionale Verbindung aufzubauen. Und diese ist stärker als die rationale Nutzenbeziehung zu standardisierten Produkten.
Unsere Idee einer Praxismarke entsteht im limbischen System unseres Gehirns. Sie ist eine Ansammlung von Eindrücken, Geschichten, Erfahrungen und Wahrnehmungen. Eine profilierte Marke besitzt eine unverwechselbare Identität und erzeugt so eine emotionale Erlebniswelt und Identifikation. Oder anders ausgedrückt: eine Marke ist Kopfkino. Ein Patient der von seiner Praxis schwärmt und sie begeistert weiterempfiehlt, ist das sichere Zeichen, dass er emotional engagiert ist.
Das Verhalten und die Entscheidungen von Menschen werden hauptsächlich von Emotionen gesteuert. Der Patient, der seit 10 Jahren keine Zahnarztpraxis von innen gesehen hat, ist das beste Beispiel dafür wie tiefgreifend Emotionen unsere Entscheidungen beeinflussen.
Menschen erinnern sich nicht daran was man ihnen alles erzählt. Sie erinnern sich immer daran wie sie sich gefühlt haben. Jemand der das par excellence verstanden hat und die Wirkungsmacht der Emotionen für seine Firma und seine Produkte eingesetzt hat, ist Steve Jobs, Gründervater von Apple: „Marketing is about values. It’s a complicated and noisy world, and we’re not going to get a chance to get people to remember much about us. So we have to be really clear about what we want them to know about us.“ Um aufzufallen und in Erinnerung zu bleiben, muss zum einen klar sein was man über seine Praxis erzählen möchte und zum anderen auf welche kreative sympathische Art dies zu kommunizieren ist.
Diese Menschen sind bereit ein Produktproblem und höhere Preise anzunehmen. Sie haben eine Beziehung aufgebaut, die über das Rationale eines Produktes hinausgeht. Laut der GfK, dem größten Marktforschungsinstitut in Deutschland, ist der Erfolg eines Unternehmens nur zu 30 Prozent rational und zu 70 Prozent von emotionalen Einflussfaktoren abhängig. Es sind eben die impliziten Vorgänge, also die schnellen, intuitiven und unbewussten Prozesse in unserem Gehirn, die unser Entscheidungsverhalten beeinflussen.
Für eine Praxis in Gelsenkirchen wurde die visuelle Kommunikation in die Welt des Sports gelegt und mit humorvollen Elementen versehen. Diese Markenwelt wird seit 4 Jahren konsequent in Print und Online kommuniziert. Mit dem Erfolg, dass die Praxis in 2017 über 1.600 Neupatienten gewonnen hat. Ein weiteres Beispiel: Eine Zahnarztpraxis in Kassel hat in seiner visuellen Kommunikation die Märchenwelt aufgegriffen. Dieses Konzept besitzt eine hohe Identifikationskraft, nicht nur weil Kassel Brüder Grimm Stadt und Hauptstadt der deutschen Märchenstraße ist, sondern weil Märchen bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen beliebt sowie mit vielen positiven Erinnerungen und Gefühlen verknüpft sind.
Eine Praxis, die bei potentiellen Patienten in Erinnerung bleiben und eine starke Beziehung zu seinen Stammpatienten aufbauen möchte, sollte in ein emotional ansprechendes Profil und visuelles Konzept investieren. Nur über die Medizin oder Zahnmedizin zu sprechen, heißt sich auf ein rationales Leistungsversprechen zu limitieren.
Der Wettbewerb unter Praxen ist auch ein Kommunikationswettbewerb geworden. Wer die Aufmerksamkeit, die entscheidende Ecke im Kopf und im Herzen der (potentiellen) Patienten besetzen möchte, muss seine Leistung, seine Praxismarke emotionalisieren und eine mit Bildern und Worten attraktive Wirklichkeit kreieren.
Sprechen Sie uns an. Gerne beraten wir Sie zu Ihrem Praxisauftritt mit mehr Emotion.